Angebote der Konkurrenz analysieren
So liest du das Angebot der Konkurrenz aus ihren Anzeigen: Preis, Garantie, Versandschwelle, Testphase, Bundle. Und was die Ad Library nie zeigt.
So liest du das Angebot der Konkurrenz aus ihren Anzeigen: Preis, Garantie, Versandschwelle, Testphase, Bundle. Und was die Ad Library nie zeigt.
Ich habe mal ein komplettes Anzeigenset um den Hook eines Wettbewerbers herum gebaut. Die Zeile lief seit März, der Text saß, meine Version las sich im Dokument gut. Zwei Wochen lang hat sie Geld verbrannt.
Dann habe ich die Anzeige nochmal gelesen, diesmal unter dem Hook. 90 Tage Rückgabe, Versand in beide Richtungen kostenlos, Preis rund 20% unter unserem. Der Hook hat die Arbeit nie gemacht. Er war der Trailer für einen Deal, den wir gar nicht angeboten haben.
Genau hier scheitert die Swipe-Datei leise. Du kopierst die Botschaft und übernimmst keine einzige Kondition darunter.
Kurz gesagt: Angebote der Konkurrenz analysierst du, indem du ihre Anzeigen auf Konditionen liest statt auf Werbebotschaften. Preis, Garantiedauer, Versandkostenfreigrenze, Testphase, Ratenzahlung und Bundle-Größe stehen im Anzeigentext oder im Bild. Trag sie für den ganzen Wettbewerb in eine Tabelle ein und vergleiche Spalte für Spalte.
Das Wichtigste
Das Angebot ist der Handel in Zahlen: was der Käufer gibt und was er zurückbekommt. Die Botschaft ist die Verpackung. "Schluss mit überteuertem Heizen" ist eine Botschaft. "Erste Wartung 49 €, monatlich kündbar, 12 Monate Garantie auf Teile" ist ein Angebot.
Im Anzeigentext taucht das Angebot als kurze, endliche Liste auf. Preispunkt oder Preisspanne. Rabatthöhe, und ob dafür ein Code nötig ist. Garantiedauer und was sie auslöst. Versandkostenfreigrenze. Testphase, und ob eine Karte hinterlegt werden muss. Ratenzahlung samt Monatsrate. Bundle-Größe, also wie viele Einheiten zu welchem Stückpreis. Lieferversprechen.
Kurz genug für eine Tabellenzeile. Und der Teil, den du nicht kopieren kannst, bevor du deine eigene Marge geprüft hast. Falls noch offen ist, ob bei dir der Deal oder das Creative versagt: den Unterschied zeigt dir die Spreizung deiner eigenen Winkel, siehe liegt es am Angebot oder an den Creatives.
Drei Dinge zuverlässig. Das Angebot, so wie es im Text und im Bild steht, denn dort liegen die meisten E-Commerce-Deals. Das Ziel, auf das die Anzeige verlinkt: eine Kategorieseite deutet auf eine Rabattaktion, eine Produktseite auf einen einzelnen Push. Und das Startdatum, das an jedem Eintrag hängt. Es sagt dir, wie lange genau diese Konditionen schon laufen.
Alles hinter dem Klick fehlt. Die Library hält Anzeigen. Sie hält keine Landingpage, keinen Checkout, keine Upsell-Strecke und nicht die Version des Angebots, die nach dem Popup für Erstbesucher erscheint.
Behandle die Library also als erste Hälfte der Arbeit. Die zweite Hälfte bleibt Handarbeit: Öffne bei den drei relevanten Wettbewerbern das Ziel selbst und notiere, wo beworbener und tatsächlicher Deal auseinandergehen.
Eine Zeile pro Wettbewerber und Angebot, Spalten für die Konditionen von oben, dazu Startdatum und Zielseite. Zehn Wettbewerber kosten dich einen Nachmittag. Danach liest du die Tabelle Spalte für Spalte.
Da liegt der Ertrag. Steht in der Rückgabe-Spalte überall dasselbe, ist diese Kondition Marktstandard und bringt dir nichts. Liegen die Versandkostenfreigrenzen bei 50 € und ein Ausreißer bei 25 €, weißt du, was das aggressive Ende deines Marktes kostet. Interessant ist die leere Spalte. Bietet in einer Kategorie mit 400 € Warenkorb niemand Ratenzahlung an, ist das entweder eine offene Lücke oder eine Idee, die schon jemand getestet und wieder eingestellt hat.
Ein Screenshot-Ordner beantwortet davon nichts. Screenshots sind nach Anzeige sortiert, deine Fragen laufen aber pro Kondition.
Drei, die im englischen Playbook fehlen. Erstens die Rückgabefrist: Im Fernabsatz gilt ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen (§ 355 BGB). Alles bis 14 Tage ist Pflicht, kein Vorteil. Erst 30, 60 oder 100 Tage sind eine Aussage.
Zweitens Kauf auf Rechnung. In kaum einem anderen Markt trägt diese eine Kondition so viel Conversion. Wenn ein Wettbewerber sie in die Anzeige schreibt, ist das eine bewusste Entscheidung gegen Ausfallrisiko, und du solltest wissen, ob du dagegen antreten kannst.
Drittens die Versandkostenfreigrenze. Sie ist die am leichtesten vergleichbare Zahl im ganzen Markt und wandert bei Aktionen als Erstes. Trag sie mit Datum ein, dann siehst du, wer sie zum Quartalsende senkt.
Sie beweist, dass jemand es tragen kann. Eine Anzeige, die 30 Tage und länger läuft, hat eine Hürde genommen, an der die meisten scheitern. Weil die Anzeige die Konditionen mitführt, gilt diese Haltbarkeit für das ganze Paket: Preis, Garantie und die Marge dahinter. Dasselbe Signal nutzt du auch, um Gewinner-Anzeigen der Konkurrenz zu finden.
Übersprungen wird meistens die Frage, wessen Rechnung damit aufgeht. Ein Wettbewerber mit besserem Einkauf, längerer Kundenbindung oder Investorengeld hält 40% Rabatt ein Jahr durch, während derselbe Rabatt dich in einem Quartal unter Wasser drückt.
Wer einen Preis kopiert, kopiert fremde Stückkosten, ohne die Kalkulation je gesehen zu haben. Das ist eine größere Wette als eine kopierte Headline, und sie wird mit weniger Nachdenken abgeschlossen.
Kein Budget, kein ROAS, keine Marge, keine Retourenquote. Das ist die ehrliche Grenze, und sie gehört ausgesprochen, weil viele Ratgeber zur Wettbewerbsanalyse mehr versprechen. Du siehst, dass ein Angebot existiert und dass es sich gehalten hat. Du siehst nicht, was es gekostet und was es eingebracht hat.
Gib deiner Tabelle deshalb zwei Aufgaben. Erstens die Prüfung: Bevor du eine Botschaft übernimmst, klär, ob du den Deal darunter zu deiner Marge fahren könntest. Zweitens die Lückensuche: Die Kondition, die niemand anbietet, ist eine Hypothese für einen kleinen Test mit deinen eigenen Zahlen.
Adscalr zieht drei Ad Libraries (Meta, TikTok, Google Ads Transparency) in einen Datensatz, täglich aktualisiert, und eine Vision-KI zerlegt jede statische Anzeige in rund 20 strukturierte Felder plus Design-, Copy- und Strategie-Scores von 1 bis 10. Die Winner-Erkennung markiert Anzeigen, die länger als 30 Tage laufen. Die Marktkarte gruppiert den Wettbewerb auf fünf Achsen (Preis, Qualität, Geschwindigkeit, Vertrauen, Innovation), und Preis ist dort eine Konditionenfrage, bevor sie eine Positionierungsfrage wird.
Was das System nicht tut, gehört genauso deutlich gesagt: Es liest Anzeigen. Landingpages, Checkouts und fremde Kostenstrukturen bleiben außerhalb, die Margenentscheidung bleibt bei dir. Mehr zur Library-Seite unter Wettbewerbsanalyse.
Genau dieses Denken steckt in Adscalr.
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