Automatische Regeln: Welcher Zeitraum passt?
Der Zeitraum entscheidet, worauf eine Meta-Regel reagiert. Für Spend und Frequenz reicht ein Tag, CPA- und ROAS-Regeln brauchen genug Conversions.
Der Zeitraum entscheidet, worauf eine Meta-Regel reagiert. Für Spend und Frequenz reicht ein Tag, CPA- und ROAS-Regeln brauchen genug Conversions.
Dienstag, 9:40 Uhr. Über Nacht hat eine Regel deine beste Anzeigengruppe pausiert. Kosten pro Kauf über 50 €, steht im Log. Du öffnest die Anzeigengruppe: 38 € über die letzte Woche, stabil wie immer. Die Regel hat aber nicht die Woche gelesen. Sie hat gestern gelesen. Und gestern gab es zwei Käufe bei 110 € Spend.
Der Schwellenwert war in Ordnung. Kaputt war die Einstellung, die kaum jemand anfasst: der Zeitraum.
Kurze Antwort: Eine automatische Regel bei Meta braucht einen Zeitraum, in dem genug Ereignisse liegen, damit ihre Kennzahl etwas aussagt. Regeln auf Spend und Frequenz dürfen auf heute oder gestern laufen, denn diese Zahlen sind nie dünn. Regeln auf CPA und ROAS brauchen mehrere Tage Conversions und eine Bedingung für Mindestausgaben, bevor sie handeln.
Das Wichtigste
Der Zeitraum legt fest, welchen Ausschnitt der Daten die Regel für jede Bedingung prüft. „Kosten pro Ergebnis über 50 €“ für gestern und dieselbe Bedingung für die letzten 7 Tage sind zwei verschiedene Regeln. Sie pausieren verschiedene Anzeigen.
Metas Marketing-API-Dokumentation nennt dazu ein Detail: Pro Regel ist nur ein Zeitraum erlaubt, und er gilt für alle Statistik-Filter. Deine Mindestausgaben und deine Kostengrenze lesen also dasselbe Fenster. „Insgesamt 300 € ausgegeben und diese Woche zu teuer“ geht in einer einzigen Regel nicht.
Am Ende tauschst du Tempo gegen Rauschen. Ein kurzer Zeitraum reagiert binnen Stunden und schlägt an normalen schlechten Tagen an. Ein langer Zeitraum bleibt ruhig. Dafür läuft eine sterbende Anzeige tagelang weiter, bis ihr Schnitt deine Grenze überschreitet.
Regeln auf Spend und Frequenz kommen mit kurzen Zeiträumen aus, also heute oder gestern. Beide Zahlen rauschen kaum. Sieht eine Regel 400 € Spend bei 150 € Tagesbudget, ist etwas passiert, egal wie klein das Fenster ist. Die Frequenz steigt langsam und springt nicht. Und ein ausuferndes Budget kostet jede Stunde Geld. Ein 7-Tage-Schnitt würde das Problem von heute unter sechs normalen Tagen verstecken.
Eine Falle steckt in den Bezeichnungen. Metas API-Referenz beschreibt „letzte 7 Tage“ für Regeln als sechs volle Tage plus heute. „Letzte 3 Tage“ sind zwei volle Tage plus heute. Für volle Tage ohne heute gibt es eigene Optionen. Heute ist enthalten, weil Regeln mehrmals am Tag laufen können. Eine Regel, die um 6 Uhr prüft, mischt also ein paar Stunden von heute in ihren Schnitt. Die Bezeichnungen im Regel-Editor ändern sich gelegentlich. Prüf deshalb, wie deine Version die Optionen nennt.
Eine CPA- oder ROAS-Regel braucht einen Zeitraum, in dem ein Kauf mehr oder weniger die Zahl kaum bewegt. Ich mache es so: Ich schaue, wie viele Käufe die Anzeigengruppe am Tag meist bekommt. Dann nehme ich den kürzesten Zeitraum, in dem mindestens zehn liegen. Bei fünf Käufen am Tag reichen die letzten 3 Tage. Bei zwei am Tag brauchst du die letzten 7.
Die Rechnung zeigt, warum. Eine Anzeigengruppe mit 120 € am Tag und drei Käufen liegt bei 40 € pro Kauf. Fehlt ein Kauf, zeigt gestern 60 €. Über sieben Tage hat dieselbe Gruppe etwa 21 Käufe bei 840 €. Ein fehlender Kauf hebt den Wert dort nur auf rund 42 €. Gleiche Anzeige, gleicher schwacher Nachmittag, ganz anderes Urteil.
Dazu kommt: Die jüngsten Tage sind am wenigsten vollständig. Käufe werden dem Tag des Klicks zugeordnet, manchmal erst Tage später. Gestern sieht heute früh also schlechter aus als am Wochenende. Wie diese Verzögerung entsteht, steht in warum sich Facebook-Zahlen nachträglich ändern. Für Kostenregeln heißt das: Nimm eine Option ohne den heutigen Tag.
Eine Bedingung für Mindestausgaben legt fest, wie viel Beleg die Regel braucht, bevor sie handelt. Das gilt in jedem Zeitraum. „Kosten pro Kauf über 50 €“ ohne Mindestausgaben schlägt bei einer Anzeige an, die 60 € ausgegeben und einen Kauf bekommen hat. Das ist ein einzelner Datenpunkt, der wie ein Urteil aussieht.
Ich setze bei jeder Kostenregel eine Untergrenze von etwa dem Dreifachen der Ziel-Kosten pro Kauf. Bei 40 € Ziel tut die Regel nichts, bis die Anzeige im Zeitraum 120 € ausgegeben hat. Darunter ist ein fehlender Kauf Zufall.
Weil die Untergrenze denselben Zeitraum liest, sind beide Einstellungen eine Entscheidung. Bei 3 Tagen muss die Anzeige in genau diesen drei Tagen 120 € ausgeben. Bei kleinen Anzeigengruppen passiert das vielleicht nie, und die Regel bleibt still. Bei dünnen Daten ist das richtig so. Es erklärt auch, warum eine Regel wochenlang nichts tut. Das habe ich in warum eine automatische Regel nicht greift auseinandergenommen.
Zwei Regeln widersprechen sich, wenn sie verschiedene Zeiträume lesen. Jede hat für ihr eigenes Fenster recht. Eine 3-Tage-Regel sieht das schwache Wochenende und will pausieren. Eine 7-Tage-Regel sieht eine ordentliche Woche und will das Budget erhöhen. Sind beide aktiv, pendelt die Anzeigengruppe zwischen ihnen hin und her.
Die Lösung: Jedes Fenster bekommt seine eigene Aufgabe. Kurze Zeiträume übernehmen die Schutzaktionen, etwa ein gesprengtes Budget oder eine zu hohe Frequenz. Längere Zeiträume übernehmen die Urteile: pausieren wegen Kosten, skalieren wegen Return. Bevor du eine neue Regel aktivierst, schreib dir die Regeln auf, die schon an dieser Anzeigengruppe hängen, samt Zeitraum. Lesen zwei davon verschiedene Fenster auf derselben Kennzahl, fliegt eine raus.
Meta empfiehlt keinen bestimmten Zeitraum. Wer dir eine Zahl für jedes Konto nennt, dem würde ich misstrauen. Dein Conversion-Volumen entscheidet.
In Adscalr greifen Regeln auf 8 Kennzahlen, und jede Auswertung wird protokolliert. Wenn eine Regel handelt, siehst du die Zahl, die sie gelesen hat. Die Sperre für die Lernphase blockiert jede Aktion bei Anzeigen unter 5 Tagen oder unter 200 € Spend. Das ist Zeitraum plus Mindestausgaben, fest eingebaut. Die übrigen Schutzmechanismen stehen auf der Automation-Seite.
Genau dieses Denken steckt in Adscalr.
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