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Facebook Creatives richtig testen

Die meisten Creative-Tests beantworten nichts, weil zwei Dinge gleichzeitig anders sind. So testest du Facebook Creatives in sinnvoller Reihenfolge.

Ein lokaler Dienstleister, acht neue Ideen in einem Launch: Energiekosten, Gesundheit, Finanzierung, kostenlose Prüfung, Rückkauf-Angebot, ein Vorher-Nachher, ein KI-Bild und ein Foto von einer echten Baustelle. Jedes Mal ein anderer Winkel, und weil die Dateien von drei Leuten kamen, auch jedes Mal ein anderes Format. Zwei Wochen und 2.000 € später hat die Rückkauf-Anzeige die besten Kosten pro Lead.

Warum, kann niemand sagen.

Ich habe genau diesen Test schon gestartet. Es fühlt sich nach acht Versuchen an. Am Ende steht ein Ergebnis, das du nicht erklären und deshalb auch nicht wiederholen kannst.

Kurz gesagt: Ein Creative-Test zeigt dir nur dann etwas, wenn sich eine Ebene ändert und der Rest still steht. Teste zuerst den Winkel, weil er das Ergebnis am stärksten bewegt, danach das Format, dann die Hook, dann den Schnitt. Wie viele dieser Vergleiche du dir leisten kannst, entscheiden deine Conversions pro Woche.

Die Kernpunkte

  • Der Winkel bewegt am meisten. Ein anderes Versprechen kann die Kosten pro Ergebnis halbieren oder verdoppeln. Ein anderer Bildausschnitt so gut wie nie. Gib deine ersten Auswertungen für die Ebene mit dem größten Spielraum aus.
  • Jeder saubere Vergleich kostet eine volle Auswertung. Metas Dokumentation zu "Lernphase begrenzt" nennt rund 50 Optimierungsereignisse in den sieben Tagen nach einer wesentlichen Änderung. Ein strikter Eine-Variable-Plan über vier Ebenen läuft damit auf ein Projekt über Monate hinaus.
  • Lies den Abstand vor der Rangfolge. Fünf Creatives, die bei je 20 Conversions ein paar Prozent auseinanderliegen, haben eine Reihenfolge produziert und keine Erkenntnis.

Warum hat dein letzter Creative-Test nichts gezeigt?

Weil sich der Gewinner in mehr als einer Hinsicht vom Rest unterschied. Damit hat sein Sieg mehr als eine Erklärung. Im Launch oben war die Rückkauf-Anzeige ein neues Angebot und ein 9:16-Video, während drei der Verlierer 1:1-Statics von einer anderen Designerin waren. Angebot oder Format? Der Test kann es nicht beantworten.

Nachlässigkeit ist das selten. Es ist der Normalzustand einer Creative-Runde. Ideen kommen als fertige Objekte von einer Designerin, einem Cutter und einem Geschäftsführer mit Meinung. Jedes Objekt unterscheidet sich vom Rest auf allen Achsen gleichzeitig: Versprechen, Seitenverhältnis, Tempo, Person vor der Kamera, erste Textzeile.

Ein Creative-Briefing und ein Testaufbau sind zwei verschiedene Dokumente. Die meisten Accounts schreiben nur das erste und lesen die Zahlen dann so, als gäbe es das zweite.

Was testest du zuerst?

Die Ebene, zu der du am wenigsten weißt. Bei einem neuen Angebot ist das fast immer der Winkel. Winkel sind billig zu denken und teuer, wenn sie falsch sind: Beim falschen Versprechen rettet auch der beste Schnitt die Anzeige nicht mehr. Danach kommen bei mir Format, Hook und Schnitt, in dieser Reihenfolge.

Lies drei Testing-Frameworks und du bekommst zwei Antworten. Eines setzt das Format nach oben, weil Format und Platzierung die größten Ausschläge erzeugen. Ein anderes sagt, wirf zuerst radikal verschiedene Winkel an die Wand, um überhaupt eine Richtung zu finden.

Diese Uneinigkeit ist der nützliche Teil. In Metas Auktion wurde nie eine Rangordnung entdeckt. Die Reihenfolge hängt daran, welche Ebene in deinem Account schon geklärt ist.

Kannst du dir saubere Einzeltests leisten?

Oft nicht, und niemand rechnet dir das vor, während er dir ein Framework verkauft. Ein Vergleich ist erst lesbar, wenn beide Seiten genug Conversions produzieren, um sich voneinander zu trennen. Metas eigene Schwelle für "Lernphase begrenzt" liegt bei rund 50 Optimierungsereignissen pro Woche.

Rechne das durch. Eine Anzeigengruppe mit 40 Conversions pro Woche finanziert ungefähr einen ehrlichen Vergleich. Vier Ebenen mit je 2 Optionen, sauber und nacheinander getestet, sind 8 Wochen Kalenderzeit. Bis dahin hat sich das Angebot geändert und die Saison ist weitergezogen. Das ist kein Plan, das ist eine Fiktion mit seriösem Vokabular.

Also vermische bewusst. Starte Pakete: Winkel plus das Format, das zu ihm passt, drei Pakete statt acht Anzeigen. Finde das Paket, das mit Abstand gewinnt, und zerleg dann nur dieses. Du tauschst Zuordnung gegen Tempo. In einem kleinen Account ist das der richtige Tausch, solange du laut sagst, welche Fragen du bewusst offen lässt. Die Anzahl hat außerdem eine eigene Obergrenze, die ich in wie viele Anzeigen pro Anzeigengruppe durchgerechnet habe.

Warum ist ein Format-Vergleich unfair?

Weil die meisten Format-Tests eine für ihre Platzierung gebaute Datei gegen eine zurechtgeschnittene stellen. Nimm ein 1:1-Master, schneide 9:16 aus der Mitte, und das Produkt sitzt schief, während die Headline mit der Bildunterschrift kollidiert. Gemessen hast du dann den Produktionsaufwand.

Formate starten außerdem von verschiedenen Normalwerten. Ein 9:16-Video und ein 4:5-Static konvertieren nicht gleich gut, auch wenn beide stark sind. Eine rohe Rangliste bestraft dadurch still das Format, dessen Normalwert in deinem Account tiefer liegt.

Genau diese Korrektur habe ich in die Bewertung von Adscalr gebaut: Der wilde Frühwert einer neuen Anzeige wird per Bayes-Shrinkage mit formatspezifischen Priors in Richtung dessen gezogen, was ihr Format normalerweise leistet. Eine Glückswoche auf einem seltenen Format reicht damit nicht für Platz eins. Davor steht die Produktion: Jedes der vier nativen Formate wird für seine Platzierung gebaut und nicht aus einem Master geschnitten.

Was liest du im Report zuerst?

Den Abstand zwischen den Creatives, vor ihrer Reihenfolge. 5 Anzeigen, die bei je 20 Conversions zwischen 38 € und 44 € pro Lead landen, haben dir nichts gesagt, worauf du reagieren würdest. Dieselben 5 zwischen 22 € und 61 € haben dir etwas gesagt, auch bei dünnem Volumen.

Über deine Erkenntnis entscheidet die Größe des Abstands, nicht die Position der Zeilen. Eine Rangfolge gibt es immer. Irgendwer wird immer Erster, auch in einem Test, in dem alle Creatives identisch sind.

Deshalb braucht ein breiter Test mehr Belege als ein schmaler: Je mehr Creatives du gleichzeitig sortierst, desto größer die Chance, dass eines nur durch Glück vorne steht. Wie du einen Gewinner von einer Glückssträhne unterscheidest, habe ich separat aufgeschrieben.

Aus dem Ergebnis den nächsten Test bauen

Das nützliche Ergebnis eines Creative-Tests ist der nächste Test. Hat der Rückkauf-Winkel mit Abstand gewonnen, hält die nächste Runde dieses Versprechen fest und bewegt das Format. Lagen alle dicht beieinander, braucht die nächste Runde größere Unterschiede. Mehr Budget auf denselben Stapel erzeugt sie nicht.

Die Testing-Engine von Adscalr bewertet Creatives auf einer Mischung aus sechs Kennzahlen, deren Gewichte du pro Projekt und Funnel-Stufe setzt, und schlägt dann den nächsten sinnvollen Test vor, pro Kalenderwoche reproduzierbar. Wie diese Bewertung bei kleinen Stichproben standhält, zeigt die Ad-Intelligence-Seite.

Nichts davon brauchst du heute. Wähl die Ebene, halt den Rest still, und zähl vor dem Launch nach, wie viele ehrliche Auswertungen deine Wochen-Conversions bezahlen.

Genau dieses Denken steckt in Adscalr.

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