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Preis im Creative: lohnen dynamische Overlays?

Ein Preis-Overlay im Creative verändert, wer klickt. Wann du es einblendest, und wie du das Ergebnis liest, ohne dich zu täuschen.

Der Kunde will einen roten Rabatt-Sticker auf jedem Produktbild. Deine Designerin will das saubere Produktfoto. Entscheiden musst du. Unangenehm daran: Der Werbeanzeigenmanager hat dir noch nie gesagt, was so ein Overlay mit einer Kampagne gemacht hat.

Meta hat die Entscheidung leichter gemacht, die Bewertung nicht. Advantage Plus Catalog Ads unterstützen dynamische Overlays. Das sind Sticker-Labels, die direkt aus dem Feed auf das Produktbild gestempelt werden. Search Engine Land nennt im Bericht zum Launch 4 Label-Optionen: aktueller Preis, durchgestrichener Aktionspreis, Prozent Rabatt, kostenloser Versand. Du gestaltest sie selbst oder lässt Meta nach Performance-Signalen auswählen.

Die deutschsprachigen Artikel dazu erklären dir alle, wo der Schalter sitzt. Keiner beantwortet die Frage davor.

Kurz gesagt: Blende den Preis ein, wenn der Preis ein Kaufgrund ist und die Zahl im Thumbnail lesbar bleibt. Ein Preis-Overlay qualifiziert den Klick und nimmt dem Produkt Aufmerksamkeit weg. Bewerte es deshalb am Umsatz pro Bestellung, nicht an der Klickrate. Die Klickrate ist genau die Zahl, die ein Sticker bewegen soll.

Die Kernpunkte

  • Ein Overlay ist ein Tausch. Der Sticker teilt sich den Rahmen mit dem Produkt und zieht den ersten Blick auf sich. Das ist eine Saliency-Frage, die du am Static beantwortest, bevor ein Euro fließt.
  • Meta gibt dir 4 Labels und eine Auto-Auswahl. Die Auto-Auswahl entscheidet nach Performance-Signalen für dich. Bequem, und du lernst nie, welches Label gewirkt hat.
  • Der Werbeanzeigenmanager hat keine Overlay-Aufschlüsselung. Den Vergleich baust du selbst: 2 Produktgruppen, 2 Anzeigengruppen. Dann liest du ihn am Umsatz.

Was kostet dich ein Preis-Overlay?

Aufmerksamkeit. Ein Produktbild hat auf dem Handy eine heiße Zone. Ein kontrastreiches Badge mit Text darin ist fast das ideale Ziel für den ersten Blick. Der Tausch lautet also: Du kaufst Qualifizierung mit Aufmerksamkeit, die vorher beim Produkt lag.

Diese Hälfte misst du vor dem Launch. Schick den Static durch eine Saliency-Prüfung und sieh dir zwei Dinge an. Welche Region sammelt die vorhergesagte Aufmerksamkeit? Und erreicht der Blickpfad noch das Element, das verkauft? In meiner Pipeline bekommt jeder generierte Static einen DeepGazeIIE-Durchlauf mit Heatmap pro Pixel, Blickreihenfolge und Region-Scores. Die Hinweise landen neben dem Entwurf, entschieden wird von Hand.

Wenn ein 49-Euro-Badge 40 Prozent der vorhergesagten Aufmerksamkeit frisst und das Produkt vom Aussehen lebt, kostet dich der Sticker den Verkauf. Wie du solche Karten liest, ist ein eigenes kleines Handwerk.

Macht der Preis den Klick besser oder nur billiger?

Beides. Genau das ist die Falle. Ein sichtbarer Preis filtert Leute raus, die ohnehin nie gezahlt hätten. Die Klickrate sinkt, die Kosten pro Kauf werden trotzdem besser. Es geht auch andersherum: Ein großer Prozent-Sticker holt Schnäppchenjäger, die einmal kaufen, öfter retournieren und zum vollen Preis nie wiederkommen.

Deshalb sagt die übliche Case-Study-Zeile ("Overlays haben die CTR um X Prozent gehoben") fast nichts. Die CTR ist die Zahl, die der Sticker bewegen soll. Sie hat sich bewegt. Verändert hat sich die Käufergruppe.

Lies es an Kennzahlen, die diesen Wechsel überstehen: Umsatz pro Bestellung, ROAS über ein Fenster, das Retouren einschließt, Wiederkaufrate, wenn du sie hast. Mein eigenes Scoring nutzt dafür einen Composite aus 6 Kennzahlen, gewichtbar pro Projekt und Funnel-Stufe. Ein Klickraten-Sieg, der Bestellwert kostet, darf kein Budget bekommen.

Welches Label solltest du einblenden?

Die vier sind nicht austauschbar. Ein aktueller Preis qualifiziert: Der Käufer sieht sofort, ob Klicken sich lohnt. Ein durchgestrichener Preis oder eine Prozentangabe behauptet einen Rabatt. Das zieht stärker und verspricht mehr.

Zwei Dinge klärst du, bevor du die Rabatt-Labels anschaltest. Erstens ist ein durchgestrichener Referenzpreis in der EU reguliert. Die mit der Omnibus-Richtlinie eingeführten Preisangaberegeln binden eine angekündigte Ermäßigung an den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage. In Deutschland steht das seit 2022 in § 11 der Preisangabenverordnung. Unterschreiben soll das die Person, die den Preis verantwortet, bevor ein Media Buyer den Schalter umlegt.

Zweitens wählt Meta die Kombination auf Wunsch für dich. Das spart Arbeit und beendet das Experiment. Die Plattform hält nichts mehr fest, also sagt dir kein späterer Vergleich viel.

Wie testest du ein Overlay ohne eigene Spalte?

Du baust die Dimension selbst. Der Werbeanzeigenmanager schlüsselt nach Alter, Platzierung, Plattform und einem Dutzend anderer Dinge auf. "Hatte einen Sticker drauf" gehört nicht dazu. Die Trennung muss in deiner Kontostruktur existieren, bevor sie in einem Report auftauchen kann.

Die günstige Variante: Produktgruppe duplizieren, dieselben Produkte durch 2 Anzeigengruppen schicken, Overlays einmal an und einmal aus, gleiches Budget, gleiche Zielgruppe, gleicher Zeitraum. Benenn sie so, dass der Unterschied in 6 Wochen noch lesbar ist. Dann wartest du auf dieselbe Zahl an Ereignissen wie bei jedem anderen Test. Ein Katalog mit 400 Artikeln rauscht pro Artikel kräftig.

Der Preis dafür ist unangenehm. Du verlierst die Auto-Auswahl und halbierst beide Seiten. Bei einem kleinen Katalog lohnt sich das selten. Dann bleibt: einen Monat an, einen Monat aus, und ein schwächerer Befund.

Wann gehört der Preis nicht ins Creative?

Wenn die Zahl gegen dich argumentiert, bevor die Anzeige es tut. Drei Fälle sehe ich immer wieder. Der Preis liegt über dem Kategorieschnitt und braucht vorher die Begründung. Der reale Preis hängt von der Konfiguration ab, jede einzelne Zahl führt in die Irre. Oder das Produkt wird aus Lust gekauft und der Sticker stört dabei.

Dazu ein langweiligerer Fehler. Wenn die Zahl in der ausgelieferten Größe unlesbar ist, ist sie Dekoration, die Aufmerksamkeit frisst. Prüf sie in Thumbnail-Größe auf dem Handy, nie bei 100 Prozent in der Designdatei.

Und die ehrliche Grenze: Ob dein Overlay Geld bringt, kann ich dir nicht sagen. Die Case Study von heute Morgen auch nicht. Preissensibilität gehört zu deiner Kategorie, deiner Marge, deinem Kunden. Aufhören zu raten kannst du bei der Aufmerksamkeitshälfte, die am Static vorhersagbar ist. Genau so läuft der Rest des Creative-Workflows: entwerfen, vorhersagen, launchen, Ergebnis lesen, zurückspielen.

Genau dieses Denken steckt in Adscalr.

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