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Seitenverhältnisse für Meta Ads: 1:1, 4:5 und wo 9:16 Pflicht ist

Welche Seitenverhältnisse du für Meta Ads produzieren solltest: warum 4:5 im Mobile Feed mehr Fläche holt als 1:1, wo 9:16 Pflicht ist und wie viele Formate sich pro Konzept lohnen.

Das Konzept ist freigegeben, der Text steht. Dann kommt vom Designer die letzte Frage: Welche Größen brauchst du? Meine Standardantwort war jahrelang: quadratisch. 1080 mal 1080 lief überall ohne Beschwerden. Also wurde das Quadrat zum Master-Format für jeden Batch, den ich gebrieft habe. Auch in den Monaten mit rund 150.000 € Paid-Social-Budget.

Die Antwort war falsch, und zwar bei jeder mobilen Impression. Ein quadratisches Asset verschenkt im Mobile Feed einen Streifen Bildschirm, den eine 4:5-Version gefüllt hätte. Ist 1:1 deshalb tot? Nein. Die bessere Frage lautet: Welche Formate verdienen Produktionsbudget für ein bestimmtes Konzept, und welche Platzierungen kannst du Metas eigener Anpassung überlassen? So entscheide ich heute.

Die Kernpunkte

  • 4:5 schlägt 1:1 im Mobile Feed, aus reiner Arithmetik. Bei gleicher Breite ist ein 4:5-Asset 25 % höher als ein Quadrat. Es belegt mehr Bildschirm und schiebt den nächsten Post weiter nach unten.
  • 9:16 ist für Stories und Reels Pflicht. Diese Platzierungen sind vertikale Vollbild-Formate. Jedes flachere Asset bekommt Füllflächen oder wird angepasst, und Metas Anpassung schützt weder Caption noch Logo.
  • Formate muss sich ein Konzept verdienen, in zwei Stufen. Jedes neue Konzept bekommt zwei Master (4:5 und 9:16). Erst ein Test-Gewinner bekommt den vollen Satz nativer Umkompositionen, denn die Designer-Stunden wachsen mit jedem zusätzlichen Format.

Ist 1:1 für Meta Ads tot?

Nein. Für einige Platzierungen ist das Quadrat weiterhin das richtige Format: Facebook Rechte Spalte, Suchergebnisse, Marketplace und der Messenger-Posteingang laufen laut Metas Platzierungs-Specs mit quadratischen oder fast quadratischen Assets. Wenn dein Konto dort nennenswert Budget ausgibt, gehört ein sauberes 1:1 in den Satz.

Verloren hat 1:1 nur seinen Job als Standard-Master für den Feed. Auf dem Smartphone ist die Feed-Breite fix. Höhe ist die einzige Dimension, die du gewinnen kannst. Ein 1:1-Asset mit 1080 px Breite zeigt 1080 px Höhe. Ein 4:5-Asset zeigt bei gleicher Breite 1350 px. Das sind 25 % mehr Bildschirm zum gleichen Auktionspreis, ohne Targeting-Änderung, ohne Gebotsänderung. Das Quadrat war sinnvoll, als Desktop- und Mobile-Feed gleich viel zählten. Heute läuft der Großteil der Auslieferung mobil. Wer 1:1 als Leitformat brieft, zahlt den vollen Preis für vier Fünftel der verfügbaren Fläche.

Warum gewinnt 4:5 im Mobile Feed?

Weil der Feed vertikal scrollt und Metas Specs Feed-Assets bei 4:5 deckeln. Alles, was höher ist, wird auf 4:5 beschnitten. 4:5 ist also das höchste Format, das der Feed vollständig anzeigt. Das höchste erlaubte Asset belegt die meiste vertikale Fläche, hält den Daumen länger auf und schiebt den nächsten Inhalt weiter aus dem Bild. Oft ist das die Ad eines Wettbewerbers.

Es gibt einen zweiten, leiseren Vorteil: Platz für die Komposition. Die zusätzlichen 270 px Höhe auf einer 1080 px breiten Fläche sind Raum für eine Hook-Zeile über dem Motiv oder einen Beleg darunter, ohne Gedränge. In meinen Batches waren die guten 4:5-Versionen selten nur gestreckte Quadrate. Sie nutzten das zusätzliche Fünftel für das eine Element, das die quadratische Version streichen musste. Genau dort verdient sich der Hook seine erste Sekunde.

Wo ist 9:16 Pflicht?

In Stories und Reels, auf Facebook wie auf Instagram. Beides sind vertikale Vollbild-Platzierungen, und Metas Specs sehen dort 9:16 vor. Feed-förmige Assets werden zwar ausgeliefert: Meta füllt die leere Fläche mit generierten oder unscharfen Hintergründen. Das sieht aus wie das, was es ist, eine Feed-Ad im falschen Anzug. Wer den ganzen Tag in diesem Format unterwegs ist, erkennt Zweitverwertung sofort.

9:16 bringt eigene Kompositionsregeln mit. Oben und unten liegen in Stories und Reels Interface-Elemente über dem Bild: Profilname, CTA, Engagement-Icons. Metas Richtlinien raten deshalb, Text und Logos aus diesen Zonen herauszuhalten. Ein 9:16-Asset ist damit eine eigene Kompositionsarbeit mit eigener Safe Area. Der Designer muss das vor dem Export wissen, denn keine automatische Anpassung räumt deine Caption vom CTA-Button weg.

Was macht Metas Asset-Anpassung pro Platzierung?

Die Asset-Anpassung lässt dich innerhalb einer einzigen Ad jeder Platzierungsgruppe ein eigenes Bild, Video oder einen eigenen Zuschnitt zuweisen: ein Asset für Feeds, eines für Stories und Reels, eines für die Rechte Spalte. Das Engagement sammelt sich weiter auf der einen Ad. Du behältst also den Social Proof und lieferst trotzdem überall die passende Form. Dieser Mechanismus macht eine Zwei- oder Vier-Format-Strategie praktikabel, ohne deine Ad-Anzahl zu vervielfachen.

Die Alternative: Du lässt Meta ein einzelnes Asset selbst anpassen, per automatischem Zuschnitt und den diversen Optimierungsoptionen. Manchmal geht das gut. Oft ist es der Weg, auf dem Captions mitten im Wort enden, ein zentriertes Produkt aus dem Bild rutscht und das Logo in der Ecke komplett verschwindet. Meine Regel: Meta darf wählen, welches Asset ausgespielt wird, niemals wie eines neu komponiert wird. Lade die Formen selbst hoch, schalte die automatischen Anpassungen ab und prüfe vor dem Launch die Vorschau pro Platzierung.

Wie viele Formate ist ein Konzept wert?

Koppel die Antwort an die Budget-Stufe des Konzepts. Jedes zusätzliche Format kostet Designer-Stunden, und die summieren sich über ein ganzes Testprogramm.

Für neue, unbewiesene Konzepte: zwei Master, 4:5 und 9:16. Das 4:5 deckt die Feeds von Facebook und Instagram ab, dort landet der Großteil der Auslieferung. Komponierst du es mittig gewichtet, übersteht ein 1:1-Zuschnitt für die kleinen quadratischen Platzierungen ohne Operation. Das 9:16 bedient Stories und Reels nativ. Zwei Exporte pro Konzept kann auch ein Test-Batch mit zehn Konzepten tragen.

Für bewiesene Gewinner: der volle Satz. 1:1 und 16:9 nativ gebaut, jedes für seine Platzierung neu komponiert statt aus dem 4:5 geschnitten. Bei einem Konzept mit fünfstelligem Monatsspend ist Komposition pro Platzierung eine billige Versicherung. Dieser zweite Durchgang passt zudem in den Refresh-Zyklus: Ein ermüdeter Gewinner braucht ohnehin neue Ausführungen, und das Refresh-Briefing ist der natürliche Moment, fehlende Formate nachzuziehen.

Der Fehler liegt an beiden Enden: vier Formate für ein Konzept, das nach 300 € Spend stirbt. Oder ein Gewinner, der monatelang auf einem automatisch zugeschnittenen Quadrat skaliert.

Formate verhalten sich unterschiedlich, also bewerte sie unterschiedlich

Eine Lehre aus Multi-Format-Batches: Ein 9:16-Reels-Asset und ein 4:5-Feed-Asset aus demselben Konzept liefern in den ersten Tagen unterschiedliche Zahlen, und der rohe Vergleich führt in die Irre. Diese Beobachtung steckt in der Art, wie Adscalr Tests liest. Jedes Format trägt einen eigenen Performance-Prior. Die frühen Werte einer neuen Ad werden erst zu dem hingezogen, was ihr Format üblicherweise liefert, dann fällt ein Urteil. Und Creatives entstehen in allen vier nativen Formaten (1:1, 4:5, 9:16, 16:9), jedes für seine Platzierung komponiert. Die Denkweise dahinter steht auf der Ad-Creation-Seite.

Dieselbe Disziplin funktioniert auch manuell: zwei Master pro Konzept briefen, den vollen Satz für Gewinner reservieren, und nie einen Auto-Zuschnitt entscheiden lassen, wie dein Hook aussieht. Die Formate sind Arithmetik. Die Disziplin ist der Teil, den die meisten Konten überspringen.

Genau dieses Denken steckt in Adscalr.

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