Hook Rate bei Meta Ads richtig berechnen
Meta liefert keine Hook-Rate-Spalte. So baust du sie selbst, und warum der Nenner entscheidet, ob deine Zahl mit anderen vergleichbar ist.
Meta liefert keine Hook-Rate-Spalte. So baust du sie selbst, und warum der Nenner entscheidet, ob deine Zahl mit anderen vergleichbar ist.
Fast jeder deutsche Ratgeber zum Thema liefert dieselbe Liste: diese zehn Spalten gehören in deinen Werbeanzeigenmanager, Hook Rate steht auf Platz drei. Du legst sie an, bekommst 19 Prozent, und im nächsten Slack-Thread postet jemand stolz seine 34 Prozent. Bevor du den Opener umschreibst: frag, wodurch die andere Person geteilt hat. Oft rechnen beide Seiten etwas anderes aus und niemand sagt es dazu.
Kurz gesagt: Der Werbeanzeigenmanager hat keine Hook-Rate-Spalte. Du baust sie als benutzerdefinierte Metrik: 3-sekündige Videowiedergaben geteilt durch Impressionen, formatiert als Prozentwert. Der Nenner entscheidet alles. Nimmst du stattdessen Reichweite oder Videowiedergaben, zeigt dieselbe Anzeige eine andere Hook Rate. Vergleichbar ist die Zahl nur innerhalb deines eigenen Kontos.
Die Kernpunkte
Nirgends. Der Meta-Werbeanzeigenmanager hat keine Hook-Rate-Spalte, du musst sie von Hand zusammenbauen. Der Leitfaden von Vixen Digital sagt es direkt: Hook Rate sei keine Standardmetrik im Meta Ads Manager, du musst sie manuell einrichten. Der Aufbau dauert zwei Minuten. Öffne "Spalten", dann "Spalten anpassen", klick auf "Benutzerdefinierte Metrik erstellen" und teile das Feld "3-Sekunden-Videowiedergaben" (englisch: 3 second video plays) durch "Impressionen". Format: Prozent.
Spannender als die Klicks ist die Folge daraus. Die Hook Rate ist eine selbstgebaute Metrik. Jede Version trägt die Annahmen der Person, die sie angelegt hat. Wenn die Zahl dann in einem Thread oder einem Kundendeck auftaucht, reist die Formel nicht mit. Genau daran scheitert der Benchmark-Vergleich: du hältst deine Rechnung neben die eines Fremden, ohne prüfen zu können, ob beide gleich gerechnet sind.
Weil die drei Kandidaten Verschiedenes zählen. Impressionen zählen jede Auslieferung. Reichweite zählt eindeutige Personen, wer die Anzeige viermal gesehen hat, landet also einmal im Nenner. Videowiedergaben zählen gestartete Videos und sind damit eine kleinere Menge als Impressionen.
Eine erfundene, aber ganz normale Woche: 10.000 Impressionen, 7.000 Reichweite, 9.200 Videowiedergaben, 2.400 3-Sekunden-Wiedergaben. Gegen Impressionen sind das 24 Prozent Hook Rate. Gegen Reichweite 34 Prozent. Gegen Videowiedergaben 26 Prozent. Dasselbe Creative, dieselbe Woche, drei vertretbare Zahlen mit zehn Prozentpunkten Abstand.
Die Branche ist sich selbst nicht einig. AdSights definiert im selben Vergleich die Hold Rate über 3-sekündige Videoaufrufe und die ThruPlay Rate über Videowiedergaben. Selbst veröffentlichte Definitionen benachbarter Kennzahlen stehen also auf verschiedenen Basen. Nimm Impressionen, schreib es auf, und ändere es nicht mitten im Quartal.
Drei Sekunden durchgehende Wiedergabe, mit oder ohne Ton. Der zweite Teil wiegt schwerer, als er klingt. In Feed-Platzierungen startet das Video stumm von allein. Eine 3-Sekunden-Wiedergabe kann also schlicht bedeuten: die Anzeige stand im sichtbaren Bereich, während jemand die Caption darunter gelesen hat. Zugesehen hat niemand.
Die Mechanik der Platzierung verschiebt die Zahl zusätzlich. Reels startet bildschirmfüllend und mit laufendem Video, der strukturelle Boden liegt dort deutlich höher als im Feed, wo die Anzeige mit allem drumherum konkurriert. Eine Reels-Hook-Rate und eine Feed-Hook-Rate sind zwei verschiedene Messungen unter demselben Namen.
Die Falle daran: läuft deine Anzeigengruppe auf Advantage+ Platzierungen, ist deine Hook Rate ein gewichteter Durchschnitt über Platzierungen, die du nicht ausgesucht hast. Verschiebt sich der Auslieferungsmix, bewegt sich die Zahl, ohne dass jemand das Creative angefasst hat. Segmentiere nach Platzierung, bevor du über den Opener urteilst.
Die Hook Rate bewertet die ersten drei Sekunden. Die Hold Rate bewertet, was mit den Leuten passiert, die diese drei Sekunden überstanden haben. AdSights rechnet sie als 15-sekündige Videoaufrufe geteilt durch 3-sekündige Videoaufrufe, der Nenner ist also absichtlich auf Zuschauer beschränkt, die schon stehen geblieben sind.
Als Paar gelesen, lokalisieren die beiden das Problem. Niedrige Hook Rate bei hoher Hold Rate: ein schwacher Einstieg hungert eine Anzeige aus, die den Bleibenden gefällt. Drei Sekunden neu zu drehen ist dann die günstigste Reparatur in deinem Konto. Hohe Hook Rate bei niedriger Hold Rate: der Einstieg verspricht etwas, das der Rest nicht einlöst. Sind beide niedrig, muss das Konzept ausgetauscht werden.
Die ThruPlay Rate ist noch einmal etwas Drittes (ThruPlays durch Videowiedergaben) und mischt Einstieg und Verweildauer in eine Zahl. Sie kann dir nicht sagen, welche Hälfte kaputt ist. Willst du das genauer sehen, lies deine Abbruchkurve bei 25, 50, 75 und 100 Prozent, wie in optimale Länge für Video-Ads beschrieben.
Nein. Die Hook Rate ist eine Diagnose, kein Zielwert. Sie lässt sich mühelos aufblasen: ein lauter Pattern Interrupt in Sekunde eins hebt sie, ohne einen einzigen Verkauf zu bewegen. So landen Konten bei scrollstoppenden Creatives und flachem Umsatz. Lies sie immer neben den Kosten pro Ergebnis. Steigende Hook Rate bei gleichbleibenden Kosten pro Ergebnis heißt: der Einstieg holt Aufmerksamkeit, die der Rest der Anzeige verschenkt.
Dazu kommt Geduld. Auf ein paar hundert Impressionen schwankt die Hook Rate stark, ein Wert vom ersten Tag sagt fast nichts. Lass sie sich einpendeln, bevor du einen Opener daran misst. Danach kümmerst du dich um die Worte in den ersten drei Sekunden.
Zu wissen, was eine Zahl zählt, bevor man darüber streitet, ob sie gut ist, ist der größte Teil der Arbeit. Genau das ist die Ad-Auswertung in Adscalr: Die Hook Rate ist eine von sechs gewichteten Kennzahlen im Composite Score und kann einen Test nicht allein gewinnen. Bayes'sche Shrinkage mit formatspezifischen Priors zieht die wilde frühe Hook Rate einer neuen Anzeige dorthin, wo ihr Format normalerweise liegt. Ein glücklicher erster Tag gewinnt damit nichts.
Genau dieses Denken steckt in Adscalr.
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